Es waren mindestens zwei Spiegel dieses Herstellers, die bei mir gelandet waren. Obwohl ich seit
mindestens 8 Jahren alle Daten archiviere, ist es manchmal nicht mehr ganz einfach, die
Verzeichnisse zu finden. Dieses Beispiel stammt vom Nov. 2002 und muß nicht unbedingt
repräsentativ für alle Pegasus Spiegel sein, wenngleich aus heutiger Sicht, auch hier einer der
typischen Fehler auftaucht, die Newton-Spiegel haben können: Einen verhältnismäßig deutlichen
Astigmatismus. Und hier stellt sich immer wieder die Frage, wie halte ich es mit dem Strehlwert
bzw. dem angegebenen Wert für PV (Peak to valley)
Mit Ausnahme des Flächenfehlers bei ca. 10:00 Uhr macht der Spiegel einen "ebenen" Eindruck bei Foucault
und Lyot, die Zone am Rand dürfte unbedeutend sein, auch an der "Rauhheit" muß man sich nicht allzusehr
stören - es gibt allerdings glattere Flächen. Wenn man aber als Toleranz L/10 der Wellenfront angibt, dann
dürfte man keinen Astigmatismus feststellen dürfen, oder aber man erklärt, daß dieser Wert erst dann zustande
kommt, wenn man vorher den Astigmatismus - in diesem Fall von ca. L/2 - abgezogen hat. Dann würde
diese Aussage in jedem Fall erfüllt mit L/20 PV der Wellenfront. Viele Hersteller vertrauen darauf, daß man
bis L/3 PV einen Astigmatismus eher weniger wahrnimmt, und daß in dem System Newton auch der Fangspiegel
im günstigsten Fall diesen Fehler kompensieren kann, je nach Drehwinkel des Hauptspiegels, wenn der Fang-
spiegel einen genau gleichgroßen gegenläufigen Astigmatismus hätte, und ein genauer Nachweis erst möglich ist,
wenn der Spiegel horizontal gelagert würde, immer abhängig vom Spiegelträgermaterial, das aber bei einem
32 cm Spiegeldurchmesser noch nicht so heftig reagieren würde, daß L/2 PV herauskommen würde.
Jedenfalls darf man die vom Hersteller angegebenen Werte beruhigt anzweifeln.
Unter heutigen Wechselkursen Euro-Dollar + shipping mag der Erwerb eines solchen Spiegels ein Schnäppchen
sein. Wenn er seinen Preis wert ist, wäre alles in Ordnung, was man aber vorher nicht weiß.
Aussage-kräftige Certifikate sucht man auf den Hersteller-Seiten vergeben, außer den üblichen Qualitäts-
Behauptungen, die ich gelernt habe, nicht mehr zu glauben.
Die damaligen Interferogramme entstanden noch mit einer 640x480-Pixel Kamera mit Diskette, auch die Auswert-
Software hat sich mit AtmosFringe in der Zwischenzeit stark modernisiert.
Sehr schön ist die Form des Astigmatismus zu erkennen.
Und hier kann man sich nun heraussuchen, was man glauben will. Mit Astigmatismus liegt der Strehl-Wert unter
"beugungsbegrenzt". Abzüglich Astigmatismus allerdings bei einem Strehl von 0.992. Es wäre zu hoffen, daß
bei den Spiegeln dieses Herstellers der Wert für Astigmatismus nur in diesem Beispiel so deutlich ausfällt,
und alle anderen positiven Eigenschaften genau so sind, wie im Beispiel hier.
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