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![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() Registriert seit: 23.01.2004
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Telescope Engineering Company - 8-inch Maksutow (Link) (siehe auch die Fußnote unten)
Bei der Untersuchung dieses hochwertigen 8-inch Maksutow-Systems von T E C tauchen ein paar Aspekte auf, wie sie in einer Stellungnahme von Roland Christen im oberen Link zu finden sind: a) die assymetrische Abbildung beim Sterntest intra/extrafokal und b) welchen Effekt eine gezielt vorgenommene Überkorrektur im Bereich PV = L/10 auf die Abbildung bzw. das Trennungsvermögen bei engen Doppelsternen hat. Dazu will dieser Bericht lediglich mit ein paar Anregungen beitragen, also keine endgültige Klärung versuchen. Der erste Eindruck bestätigt eine solide handwerkliche Ausführung, wie man sie bei Maksutov-Systemen nicht immer findet. Das beginnt mit so trivialen Details wie den hinteren Haltering, mit dem man das Teleskop bewegen kann, dem Okular-Auszug und die Feinheiten bei der Justage des Sekundärespiegels, alle diese Problemstellen sind ordentlich gelöst. ![]() Mit einem ersten Übersichtstest meines Artificial Sky -(Übersicht: Artificial Sky) kann man bereits sehr gut die Gesamtsituation bei 1000-facher effektiver Vergrößerung einschätzen: Die theoretische Auflösung wird mit 0.692 in jedem Fall erreicht, der erste Beugungsring ist ein Hinweis auf Obstruktion und geringer sphärischer Aberration - in unserem Falle eine Überkorrektur im Bereich von PV = L/10. Da der Beugungsring nahezu nicht gestört ist, dürften Restkoma und Rest-Astigmatismus keine ernst- zunehmende Rolle für dieses f/15.5 System spielen. Unten links im Bildeingeblendet die "Fünfer-Gruppe", wie sie unterm Mikroskop zu sehen ist. ![]() Nach Rutten, Telescope Optics, 5. Auflage 2002, S. 103-105, spielt die Dicke der Meniskuslinse bei einem Maksutow-System offenbar eine wichtige Rolle hinsichtlich der Farbkorrektur (S.103) und hinsichtlich der sphärischen Aberration (S.105) im Zusammenhang mit der Obstruktion. Darin sei auch der Grund zu suchen für die Assymetrie beim Sterntest, ein Sachverhalt, wie ihn Roland Christen ebenfalls beschreibt: Zitat:
![]() . . . den leichten Zonenfehler erklären könnte. Die geringe Überkorrektur läßt sich im Ronchi-Test 13 lp/mm intrafokal gut zeigen. ![]() Die Farbreinheit dieses Systems - ein grundsätzliches Merkmal von Maksutovs - kann man über das farbige Weißlicht-Inter- ferogramm demonstrieren: Wenn die mittleren Streifen bis zum Rand dunkel verlaufen, dann ist keine Längs-Aberration im Spektrum festzustellen, eine ähnliche Situation wie beim Kugelspiegel. ![]() Ein weiterer Beweis läßt sich über die Farb-Interferogramme in den jeweiligen Spektren führen, also die entsprechenden Fraun- hoferschen Linien: F-, e-, d-, und C-Linie. Lediglich bei Grün das 532 nm wave Laser-Interferogramm. Da Maksutovs wegen ihres kleinen Öffnungsverhältnisses schnell mit Vignettierung reagieren, sind die folgenden Aufnahmen nicht exakt rund. ![]() Ein fast perfektes IGramm, dem man die hauchzarte Überkorrektur ansieht. ![]() In der Summe die Wellenfront-Deformation. ![]() und die Energieverteilung in Abhängigkeit zur Obstruktion und geringer Überkorrektur. ![]() Die MTF-Kurve ist bei feinen Strukturen ab 0.6 - 1 aussagekräftiger. Und hier wäre dieses System sogar besser, wenn man dieser Kurve glaubt. In einem solchen Fall wäre ein direkter Vergleich am Himmel vermutlich immer aufschlußreicher. Siehe auch Rutten, Telescope Optics, 5. Auflage 2002, Seite 212-221. ![]() Eine Auflistung und anteilige Gegenüberstellung der jeweiligen Restfehler: Die Zentrierung ist perfekt, weshalb der Koma-Anteil verschwindend gering ist mit 0.003% Strehlpunkte. Astigmatismus vermindert den PV-Wert auf L/7.5 und die Überkorrektur beläuft sich auf ca. L/11, in der Summe ein Gesamt-Strehl von 0.96, der am Himmel alle Wünsche erfüllt. ![]() Für einen weiteren Aspekt zusätzlich ein Versuch: Eine leichte Überkorrektur würde bei der Abbildung von feinen Sternen eine höhere Auflösung ermöglichen. Dieser Frage kann man u.a. an einem Kugel-Spiegel-Experiment nachgehen. Erwärmt man die Rückseite eines Kugelspiegels, dann fällt die Spiegelfläche in eine leichte Überkorrektur und man bekommt die erwünschte Sitaution, die man u.a. mit dem Artificial Sky Test untersuchen kann. ![]() Zunächst kann man mit Zemax überkorrigierte Interferogramme erstellen, um sie hernach auszuwerten. An der PSF-Funktion, also der Energie-Verteilung erkennt man, daß sich mit steigender Aberration das Maximum verkleinert, die Energie sich stärker in den ersten Beugungs-Ring verschiebt und die Minima der folgenden Beugungs-Ring "unschärfer" werden. Betrachtet man die Bilder des Artificial Sky, dann nimmt mit beginnender Überkorrektur bzw. sphärischer Aberration die Verschiebung der Engergie in Richtung 1. Beugungs-Ring zu und die Punkt-Abbildung der mittleren Dreier-Gruppe scheint besser aufgelöst zu sein, was besonders am mittleren Bild erkennbar wäre. Bei der MTF-Kurve wäre die Situation jedoch verschlechtert. ![]() Simulationen mit Zemax lassen aber einen anderen Sachverhalt vermuten: Die PSF-Funktion zeigt, wie bei Überkorrektur ein Teil der Energie sich in die Beugungsringe verschiebt: Die schwachen grauen Ringe um das Maximum. Das Maximum selbst sinkt bei sphärischer Aberration ebenfalls. Es ändert sich aber die Lichtintension im unteren Diagramm z.B. bei 50% - jeweils die rote Linie, und damit verkleinert sich der Durchmesser. Nun könnte dieser Vorgang aber Auswirkung auf die "Sättigung" der Pixel im betreffenden Bereich haben, sodaß dieser Effekt eher etwas mit den Eigenheiten eines Chips zu tun hat, als mit der tatsäch- lich verbesserten Auflösung: Sodaß visuell dieser Effekt nicht zu beobachten sei, wohl aber fotografisch, wegen Untersättigung der betreffenden Pixel. Dieser Effekt könnte auch bei den Testaufnahmen mit dem Kugelspiegel zugrunde liegen. ![]() Dazu gibt es auch einen Vergleichsbericht aus der Praxis am Himmel selbst zwischen diesem TEC 200/34100 und einem TMB 178 f/7, der trotz aller Einwände dennoch interessant ist: Im Pegasus wäre ein Doppelstern von 0.8 arcsec mit beiden Teleskopen klar zu trennen gewesen. (Wenn es nicht vielleicht sogar 72 Peg war mit 5.6m und 5.9m bei einer scheinbaren Distanz von 0.5 arcsec.) Hier hätte im visuellen Vergleich der TMB die bessere Abbildung abgeliefert. Der TEC hat die Komponenten ebenfalls klar getrennt, die Schwärze zwischen den Komponenten sei etwas vermindert gewesen beim TEC. Bei der Jupiter-Beobachtung wären hingegen beim TEC feine Details in den Bändern klarer und akzentuierter zu sehen gewesen als im TMB 178. Unabhängig davon zeigt aber dieser Vergleich, daß sich der TEC in der Praxis offenbar sehr gut bewährt. Seeing/Pickering Skala, Link1, Fußnote: Zitat:
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Herzlichen Gruß! Wolfgang Rohr ICQ-Nr.200281996 SkypeName: codiac_75 Neu: Zygo-Vermessung http://rohr.aiax.de email: wolfgang.rohr@t-online.de Tel: 09521 5136
Geändert von Rohr (17.10.2009 um 19:48 Uhr) |
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#2 |
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Protostern
Registriert seit: 04.01.2008
Beiträge: 4
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Hallo Wolfgang,
die Rücksprache mit einem Mitbeobachter (NONSENS) ergab, dass der Doppelstern 16 Vulpeculae (Abstand 0,9``) war; Seeing war ungefähr bei 5 bis 6/10 nach Pickering; die etwas bessere Detailauflösung beim Mak kann auch auf die sich zu dieser Zeit verschlechternden Seingbedingungen zurückzuführen sein; Michael Kießling konnte sie deshalb nicht bestätigen, beim Doppelstern erschien ihm der TMB etwas besser zu sein, d.h., das Airyscheibchen bei ca. 300x war etwas klarer definiert und der 1. Beugungsring etwas schwächer ausgebildet, so dass der Zwischenraum zwischen beiden Sternen etwas dunkler war; alles natürlich nur in den ruhigen Momenten zu erkennen. Nochmals danke für die eingehende Durchmessung des TEC. Beste Grüße Michael |
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#3 |
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Moderator
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Beiträge: 3.162
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Hallo Wolfgang,
besten Dank für den Test - scheint ein Klasse-Gerät zu sein. Alleine die Ergebnisse Deines artificial-Sterntest finde ich schon sehr beeindruckend. Fehlt nur noch Deine Auswertung des TMB 178 f/7. ![]() Freundliche Grüße: Uwe |
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#4 |
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Sternschnuppe
![]() Registriert seit: 18.02.2008
Ort: NordOstNiederSachsen
Beiträge: 68
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Jo, auch ich durfte einige Blicke durch dieses hervorragende Teleskop werfen!
Der Unterschied zum 7" TMB-Apo beim Doppelstern 16 Vul war tatsächlich der erste Beugungsring. Beide Beobachtungen erfolgten bei ähnlicher Vergrößerung, bei beiden waren die Airyscheibchen meilenweit voneinander entfernt, aber im Spiegel war etwas mehr Licht um das Scheibchen herum (der 7" TMB machte übrigens einen perfekten Eindruck!). Jupiter habe ich im 7"er nur kurz gesehen, kann mich kaum an Unterschiede zum Spiegel erinnern. Um so besser erinnere ich mich an eine Mondbeobachtung vor längerer Zeit mit dem TEC, als mir den ganzen Abend der Unterkiefer vor Staunen runterhing - Kontrast und Auflösung sind einfach sagenhaft! Auch mein Urteil als langjähriger Beobachter lautet: ein Spitzenteleskop! (Und schön, daß es ganz in meiner Nähe steht !)Grüße von Michael! |
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