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Alt 28.07.2010, 09:55   #1
Rohr
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Rohr befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Standard Optimierung: INTES Micro Alter M703 180/1800


http://www.astro-foren.de/showthread...7136#post47136

INTES Micro Alter M703 180/1800 - back to the roots

Auch an diesem ALTER - M 703 von INTES MICRO wurde vorher kräftig herumgeschraubt. Zeugen meiner Behauptung sind zwei "abgedrehte" Befestigungs-
schrauben, deren kläglicher Rest im vorderen Haltering zu bewundern ist. Verbleiben nur noch 4 Schrauben, wenn man nicht gerade die Gewindelöcher aus-
bohren will. Der Besitzer vertraut offenbar auf meine Verbissenheit, erst dann mit der Optimierung aufzuhören, wenn diese an sich perfekte Optik wieder
ihren Urzustand erreicht hat. Jede Veränderung bewirkt in der Regel auch eine Verschlechterung.

Im ersten Anlauf zentrierte ich Haupt- und Sekundärspiegel so gut es ging - gar nicht erpicht darauf, den optischen Tubus zerlegen zu müssen. Nachdem aber der Besitzer
signalisierte, daß er mir genügend Zeit läßt, mich also beim Nachdenken nicht hetzt, zerlegte ich den opt. Tubus, wie im oberen Link bereits ausführlicher beschrieben und
hier in den ersten Bildern wiederholt: Ein Blick von außen auf den Tubus



die optischen Bauteile - im ersten Fall war die Befestigung der Meniskuslinse sehr viel fachmännischer durchgeführt: Offenbar ist das zweite Gerät älter.



die Fokussier-Mechanik des Hauptspiegels von der Rückseite gesehen



jetzt neu der Hauptspiegel zerlegt in Blendrohr und Halte-Ringe. Und hier zeigte sich das erste Übel: Der Hauptspiegel litt an Wacklizität.



Foucault-Test und . . .



Ronchi-Test zeigen eine glatte Fläche



Die 3D-Wellenfront-Deformation zeigt einen Astigmatismus der Grundordnung im Winkel von 45°, wozu später noch eingegangen werden muß.



Die Licht-Energieverteilung, die bei einem obstruierten System den 1. Beugungsring stärker "aufbläst" und dabei die Restfehler zeigt.



Das erste Steifenbild bei 532 nm wave



und die Auswertung.



Nun zum Vergleich der erste Maksutov(oberster Link)
Der künstliche Sternhimmel: Der Restfehler ist im Beugungsring gut dokummentiert.



das aktuelle Masutov-Teleskop

Über die hohe Vergrößerung von 900-fach bei 3-5 Mikron feinen Pinholes werden alle Restfehler unübersehbar: Die Störung über den Restastigmatismus geht sogar über
den ersten Beugungsring hinaus und bietet einen Vergleich zur ersten derartigen Optimierung. So kann es also nicht bleiben.



In diesem Fall untersucht und optimiert man Haupt- und Fangspiegellagerung gleichermaßen, behebt die störenden Fehler und hofft nun auf eine perfekte Abbildung, die sich
bedauerlicherweise noch nicht befriedigend einstellen wollte, wie das nächste Bild zeigt. Dazwischen liegt immer eine Pause von mehreren Tagen, um darüber nachzudenken,
welche weiteren Alternativen man noch hätte.



Der "Seifensieder" überkam mich gestern abend mit der Überlegung: Versuch's doch mal mit der Drehung der Meniskus-Linse+Sekundärspiegel um 45°.
Wie durch Zauberhand war jetzt der Astigmatismus erheblich kleiner, sodaß ich die Meniskuslinse selbst im Befestigungsring um diese 45° gegen den
Uhrzeigersinn drehte. Und jetzt ist ein Vergleich mit dem ersten Gerät sinnvoll: Hier verbleibt ein leichter dreieckiger Rest-Astigmatismus von PV L/6.4
oder ein Strehl von 0.967. Entsprechend gering sind daher der Zentrierfehler mit PV L/25.4 oder 0.996 Strehl so wie die sphärische Aberration von
PV L/52.6 oder 0.999 Strehl. Damit sollte man zufrieden sein können - zumal die Höchstvergrößerung am Himmel kaum über 300-fach gehen wird.



Die Energie-Verteilung hat sich etwas verbessert, stärker wirkt hier die Obstruktion



der Rest-Astigmatismus demzufolge kleiner



das Streifenbild fast perfekt



und das Strehlergebnis, wie man es bei vielen derartigen Maksutovs immer wieder findet.



Die Optimierung ist Detail-Arbeit, die sich über Tage zieht.

Und auf dieser Webseite findet man auch diese schöne Aufnahme: Tarantelnebel in der LMC

__________________
Herzlichen Gruß! Wolfgang Rohr
ICQ-Nr.200281996 SkypeName: codiac_75
Neu: Zygo-Vermessung
http://rohr.aiax.de
email: wolfgang.rohr@t-online.de
Tel: 09521 5136



Geändert von Rohr (30.07.2010 um 22:34 Uhr)
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