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Wie gut sind Zusatz-Optiken?
Die Meinungs-Schlachten, die zur Qualität der jeweiligen Optiken auf dem Board schon ge- führt worden sind, haben sich in der Regel auf das optische System selbst gestürzt, nicht aber auf den Zubehör-Teil. Man kann also im Extremfall hochwertige Optiken durch schlechte Okulare, Telekonverter bzw. Telekompressor wieder entwerten, weil die letzt- genannten Bauteile in das System Fehler einführen, die man eigentlich glaubte, vermie- den zu haben, nur weil man um die letzten Strehl-Punkte beim Spiegel feilschte, aber das Okular, die Barlow-Linse und andere Zusatz-System in ihrer Qualität nicht richtig ein- schätzen kann, und somit genau noch der Zustand herrscht, den man einstmals mit den Optiken selbst hatte, bevor man über nachvollziehbare Test etwas mehr Sicherheit hin- sichtlich der Qualität der Telekope bekam. Es wird sich also das Interesse über die Qualität dieser Zusatzteile ebenso ausweiten. Das führt aber beim Tester zu einem ähn- lichen Problem, wie zuvor schon bei den Optiken selbst: Er hat die Händler "im Kreuz", die es gar nicht lieben, wenn am Lack mancher hochgelobter Produkte gekratzt wird. Zu Recht werden sie argumentieren, daß die getesteten Zusatz-Teile Einzelstücke sind, und auch im Zubehör-Bereich Streuuungen zur Qualität auftreten. Trotzdem sei mir die Bemerkung gestattet, daß bei den acht von mir vorgestellten Telekonvertern sowohl der ZEISS- 2-fach wie der Skywatcher 2-fach Telekonverter mit sehr gutem Ergebnis abgeschnitten haben. Der fragliche Händler wünschte sich einen PhasenKontrast-Test, weil er bereits vor einiger Zeit ebenfalls eine Serie interferometrisch vermessen ließ. Bei diesem ersten Test erwiesen sich - so sagte es der Händler - auch schon ZEISS und Skywatcher als "Test-Sieger". Zugleich eine gewisse Bestätigung, daß man diesem Test durchaus glauben kann. 01 Testaufbau im Bild 01 Um den Telekonverter möglichst alleine prüfen zu können, wurde er gegen einen 300/1200 Kugelspiegel von Lichtenknecker geprüft, der eine bekannt glatte Oberfläche hat, und als Spiegel keine Farbfehler einführt. Im Krümmungsmittelpunkt hat dieser Spiegel ein Öffnungsverhältnis von 1:4, weshalb vom Telekonverter das Äußerste ver- langt wird. Zugleich erlaubt diese Test-Anordnung wie bei einem Planspiegel, daß man das Licht zweimal durch den Prüfling schicken kann und damit doppelt so genau mißt: Also sowohl die sphärische Aberration, wenn sie über den Telekonverter eingeführt wird, den Farblängsfehler und die Flächenglattheit, wenn sie nachweisbar sind. 02 Testaufbau im Prinzip ![]() 02 Auch hier erweist sich ein Justierlaser als hilfreiches Instrument, weil er alle Bauteile also auch den Telekonverter auf eine gemeinsame optische Achse bringen kann: Eine 1 1/4 Zoll Hülse bekommt vorne und hinten eine kleine 3 mm große Bohrung. Das Laser- Bündel passiert beide Bohrungen, bevor es vom Kugelspiegel auf gleichem Weg zurück- gespiegelt beide Bohrungen erneut passiert und hat damit eine hinreichend genaue Testanordnung, die man über einen Kreuztisch nur noch entlang der Achse verschieben muß. 03 Der ZEISS-Telekonverter 2-fach 03 Während ZEISS augenscheinlich einen stattlichen Preis kalkuliert und mich damit abschreckte, dieses edle Teil an Land zu ziehen, konnte ich mich schnell für den 2. Sieger der Analyse entscheiden. Beider Bilder, die im PhasenKontrast-Test entstanden, zeigen eine ziemlich ebene, durch Zonen ungestörte Fläche, die auch farblich weitest- gehend einheitlich ist. ZEISS und Skywatcher entstammen einer APO-Serie, haben also eine gute Farbkorrektur. 04 Der Skywatcher Telekonverter 2-fach 04 Im Vergleich findet man zum ZEISS Konverter wenig Unterschiede, lediglich die Spalt- abbildung erscheint bei ZEISS um eine Nuance besser - übrigens der erste visuelle Versuch, in die getesteten Telekonverter eine Hierarchie zu bringen. 05 Ebenfalls hochwertig ...(Vixen) 05 erwies sich ein weitere Kandidat, der aber nun schon Einbußen hinsichtlich der Abbildungschärfe erkennen ließ beim visuellen Test. Durch den PhasenKontrast-Test war auch klar warum. Die Fläche leidet ein bißchen unter Rauhheit. 06 Eine Reihe von Telekonvertern (GSO) 06 haben entweder einen ausgeprägten Farbfehler oder einen Öffnungsfehler oder beides zusammen. Der Farbfehler wurde nicht ausgemessen, sondern über den kombinierten Foucault/Phasenkontrast-Test sichtbar gemacht. Vergessen darf man nicht, daß in dieser "Autokollimations-Anordnung" diese Fehler mit doppelter "Gemeinheit" (Zitat Kurt Schreckling) gemessen worden sind. Am Himmel wird man weit weniger davon merken. 07 Der Farblängsfehler entsteht ... (Vixen) 07 dadurch, daß die Spektral-Farben unterschiedliche Schnittweiten haben und man durch den Foucault-ähnlichen Test beispielsweise für die Farbe BLAU noch innerhalb des Brennpunktes ist, während man für ROT das kegelförmige Lichtbündel bereits außerhalb vom Fokus abschneidet. Und so leuchtet das vorherige Bild auf der linken Seite blau und auf der rechten Seite rot. 08 Sphärische Abweichung ... (GSO) 08 zeigen die drei weiteren Beispiele. Bei diesem Beispiel noch geringe Abweichung, kann man beim nächsten und übernächsten Fall deutlich den Öffnungsfehler erkennen. 09 Öffnungsfehler und Farbfehler (Takahashi) 09 lassen sich auch noch kombinieren, wie man bei diesem und dem folgenden Beispiel erkennen kann. 10 Nicht mehr so toll (Antares) 10 also eine Telekonverter-Gurke? Und spätesten hier müßte man wie bei den Spiegeln auch, viele Telekonverter geprüft haben, um einen Eindruck für die Streuung der Qualität zu bekommen. Und weil ich diesen Test erstmalig durchgeführt habe, habe ich noch viel Erklärungs-Bedarf, wie gut einzelne Hersteller wirklich fertigen. 11 Spalt-Abbildung bei ZEISS 11 zeigt keine Farbzerlegung 12 Deutlicher Farbeffekt 12 eines anderen Telekonverters. Fazit: Als Tester habe ich, jeder wird es gemerkt haben, die Testsieger hervorgehoben, ob erschwinglich im Preis oder nicht. Damit habe ich dem qualitätsbewußten Stern- freund zumindest einen Hinweis gegeben. Telekonverter lassen sich natürlich auch auf andere Arten testen bzw. sind getestet worden, und wer auf solche Teile nicht verzichten will, sollte sich auch mit deren Qualität vor dem Kauf befassen. Persönlich bin ich den Telekonvertern eher kritsch eingestellt, solange die Qualität nicht klar ist. Auch die Okulare sollten eindeutigen nachvollziehbaren Tests unterworfen werden. Wolfgang Grzybowsky prüft sie interferometrisch. Zu einem Testaufbau habe ich mich bisher nicht hinreißen lassen. Wird möglicherweise eine meiner nächsten Aktivitäten sein - brauche ich noch ein paar Vorversuche. Daß dieser Test ein qualitativer Test war, hat hoffentlich jeder von Euch gemerkt.
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Herzlichen Gruß! Wolfgang Rohr ICQ-Nr.200281996 SkypeName: codiac_75 Neu: Zygo-Vermessung http://rohr.aiax.de email: wolfgang.rohr@t-online.de Tel: 09521 5136
Geändert von Rohr (04.03.2009 um 20:17 Uhr) |
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