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![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() Registriert seit: 23.01.2004
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AtmosFringe - 30. VdS-Frühjahrstagung in Würzburg 2005
Vom Umgang mit Streifenbildern, Teil 1 (zu Teil 2) Ein astronomisches Highlight für die Deutsche Amateur-Szene der VdS ist ohne Zweifel die vor 30 Jahren ins Leben gerufene VdS-Frühjahrs-Tagung, die damals unter Dr. Friedrich Frevert sehr erfolgreich begann. (Frevert verstarb Wenige Tage nach der 26. Würzburger Frühjahrstagung 2001 im Alter von 86 Jahren.) Ebenso engagiert und vielseitig interessant setzt seit vielen Jahren Peter Höbel, Erlangen, mit großem Erfolg diese Traditions- Kennenlern- und Kontaktpflege-Verantstaltung fort. Viele Impulse aus der Amateur-Szene hatten hier ihren Ausgangspunkt z.B. die Flat-Field-Camera von Dieter Lichtenknecker, Hasselt, die Veränderlichen- oder Kleinplaneten- beobachtung, die Sonnenfotografie und viele der Fachgruppen, die sich innerhalb der VdS im Laufe der Jahre gebildet hatten. Karl-Ludwig Bath, Freiburg, Wolfgang Busch, Ahrensburg, Kurt Benischek, Wetzlar, der Verfasser aus Haßfurt, und viele andere haben sich über viele Jahre mit dem Spezial-Fach Optik befaßt. Der Halbapochomat von Wolfgang Busch als Bausatz wären zu nennen, von Roland Christen weiterentwickelt und ver- trieben, die Astro-Kamera von Karl-Ludwig Bath entwickelt und vom Ver- fasser in zwei unterschiedlichen Größen gebaut, zusätzlich ein wichtiges quantitatives Meßinstrument, der Bath-Interferometer, entstand ebenfalls vor ca. 30 Jahren, nachdem diese Meßtechnik sehr viele Liebhaber in der Szene gefunden hat und dazu eigentlich nur noch die passende Auswert-Soft ware dafür gefehlt hat. Auch dies wurde in Zusammenarbeit mit dem Stern- freund Dave Rowe, Los Angeles, USA, und Massimo Ricardi, Ferrara, Italy weiterentwickelt, das in diesem Bericht detailliert in seinem jetzigen Entwicklungs-Stand vorgestellt werden soll. Worum es geht: Das Bild zeigt eine Sammlung von Interferogrammen, die aus unterschiedlichen Meßsituationen gewonnen wurden. Im ersten Bild wurde die Rotations-Symmetrie im Krümmungsmittelpunkt (CoC = Center of Curvature) eines 300/1500 Newton- Spiegels untersucht und stellt einen hochgenauen Test auf Astigmatismus dar, der zudem quantifiziert werden kann. Das zweite Bild entstand im CoC eines 200/800 GSO Newton unter Benutzung eines Interferenz-Filters für die d-Linie. Diese Art Auswertung gewinnt für die Spiegelschleifer-Szene ganz besondere Bedeutung, da keine Referenz-Optik erforderlich ist. Der Nachteil dieser Auswertung ist die hohe Präzision, die dafür erforderlich ist, obwohl sie in der industriellen Meßtechnik beim ZYGO ohne Probleme funktioniert, wie der Verfasser aus eigener Beobachtung bei einem Hersteller in England beobachten konnte. Das dritte Bild ist eine der üblichen Autokollimations-Aufnahmen, beim vierten CoC-Bild wurde bei der kürzeren F-Linie gemessen, das fünfte CoC- Bild bei 532 nm und schließlich ein elliptischer Fangspiegel bei 550 nm gegen ein Probeglas auf Kontakt geprüft. Eine Aufnahme in Kompensation würde das Bild noch abrunden. Damit sollte der Umfang der Verwendungs- möglichkeiten skizziert werden. Ohne ein Bild des Erfinders Karl-Ludwig Bath, Freiburg, wäre dieser Bericht sicherlich unvollständig. ![]() Hier das Cover der Erstveröffentlichung vor 32 Jahren, dessen Orginal- Seiten man ebenfalls hier auf diesem Forum findet: http://www.astro-foren.de/showthread.php?t=5096 ![]() Zwei Aufnahmen eines für Massimo Ricardi bei 532 nm wave gebauten Interfero- meteres, die selbsterklärend sein sollten. ![]() ![]() Das Funktions-Prinzip wurde bereits wiederholt beschrieben unter den folgenden Web-Adressen. Es ist genial einfach, trotzdem sind einige Punkte für das Funktionieren ganz wesentlich: - der Bündelabstand sollte 5 mm nicht übersteigen - der Teilerwürfel sollte ziemlich genau 50% / 50% haben - die kleine Bikonvex-Linse sollte in der Gegend von D/F = 5/10 liegen - als Lichtquelle eignet sich sogar normales Weißlicht, - bei Laserlicht muß man auf die Polarisierung achten. - sorgfältige mechanische Verarbeitung ist Vorraussetzung - der Koordinaten-Tisch muß sich im Micron-Bereich verstellen lassen ![]() http://rohr.aiax.de/interf.htm http://www.astro-foren.de/showthread.php?t=4269 http://www.astro-foren.de/showthread.php?t=4382 http://rohr.aiax.de/bathorg01.jpg http://rohr.aiax.de/bathorg02.jpg http://rohr.aiax.de/bathorg03.jpg http://rohr.aiax.de/bathorg04.jpg ![]() Den farbabhängigen Öffnungsfehler, die Spherochromasie oder einfach der Gaussfehler eines Zwielinsers am Beispiel eines Zeiss AS Objek- tives läßt sich mit einem Bath-Interferometer sehr eindrucksvoll darstellen. Die Einstellung ist jeweils so gewählt, daß ein den Streifen überlagertes flaches "M" eine Überkorrektur bedeutet, weil im Prüf-Aufbau das Interferogramm fokussiert wurde, während ein überlagertes flaches "W" eine Unterkorrektur bedeutet. Dies gilt prinzipiell für alle Parabol-CoC-Streifenbilder, die prinzipiell im Krümmungsmittelpunkt eine stark überkorrigierte Sphäre darstellen. ![]() Die beiden wichtigsten Auswert-Verfahren am Beispiel eines GSO Newton Spiegels 301/1508 (3016) An diesem in einer Schlinge im Gleichgewicht hängenden GSO Newton- Spiegel möchte ich mit Hilfe des von Massimo Ricardi neu entwickelten Streifenauswertprogrammes ATMOSFRINGE V2.2 einige Details besonders bei der CoC Auswertung beschreiben. ![]() Linkes Bild: Für die Doppelpaß-Testanordnung Autokollimation braucht man einen sehr hochwertigen Planspiegel mit mindestens dem gleichen Durchmesser und einer Bohrung, die dem Fangspiegeldurchmessers des Newton ent- sprechen würde. Der Planspiegel muß über die ganze Fläche eine Ge- nauigkeit von Lambda/10 der Wellenfront haben und ist mit dieser Genauigkeit nicht gerade billig. Man mißt über dieses Setup mit doppelter Genauigkeit in Form eines Null-Testes, der im Idealfall gerade parallele Streifen mit gleichen Abständen erzeugt. Über die Abweichung der Streifen hinsichtlich Parallelität, Abstand und Form erkennt man auf einen Blick nahezu alle topografischen Fehler der Wellenfront und kann bereits beim Fotografieren die optimalen Bilder selektieren. Der Streifenabstand ist L/2 der Wellenfront. rechtes Bild: Die CoC-Auswertung im Krümmungsmittelpunkt hat den großen Vorteil, daß ein hochgenauer und teurer Planspiegel nicht erforderlich ist, aber die Streifen stellen eine Kurvenschar dar, deren Abweichung mit bloßen Auge ungemein schwerer einzuschätzen ist, also Über- und Unterkorrektur, also Coma und besonders der Strehl-Killer Astigmatis- mus. Der Streifenabstand ist nur noch ein Lambda der Wellenfront und ohne besondere Übung fallen die Strehl-Ergebnisse oft bis zu 20% schlechter aus. Man muß sich also überlegen, wie das ideale Inter- ferogramm auszusehen hat, und dies bietet AtmosFringe mit einer eigenen Funktion an. Die nächsten Bilder zeigen die Darstellungs-Form, wie sie von Atmos- Fringe bereitgestellt werden: Das Report-Datenblatt der jeweiligen Optik, hier die Auswertung über den Autokollimations-Prüfaufbau. ![]() Das nachgezeichnete Interferogramm als Grundlage der Berechnung über die Zernike Koeffitienten ![]() Die wichtigsten quantitativen Daten ![]() Die Zernike Koeffitienten für Programme wie das Seidel-Programm von Bugiel ![]() Die topografische Darstellung der Wellenfront, weil der Bath-Interfero- meter kein Phasenshift-Interferometer ist, sondern vergleichbar mit einem Michelson- oder Fizeau-Interferometer, wie ihn Peter Ceravolo entwickelt hat ![]() Die Energie-Verteilungs- oder Point-Spread-Funktion als 3-D Darstellung ![]() Die Modulations Transfer Funktion oder die Kontrast-Übertragung der gemessenen Optik. Hierbei wirkt sich aber der Bohrungs-Durch- messer des Planspiegels als deutliche Abweichung von der Ideal- Linie aus, was bei der CoC-Methode vermieden werden kann. ![]() das auf der Basis der Zernike-Koeffitienten gerechnete Artificial Interferogramm, mit dem man die wichtigsten Fehler simulieren bzw. eliminieren kann, wie aus dem Datenblatt erkennbar. In diesem Beispiel ist lediglich die abzugsfähige Coma "removed" ![]() Fortsetzung Teil 2 hier: http://www.astro-foren.de/showthread.php?t=5606
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Herzlichen Gruß! Wolfgang Rohr ICQ-Nr.200281996 SkypeName: codiac_75 Neu: Zygo-Vermessung http://rohr.aiax.de email: wolfgang.rohr@t-online.de Tel: 09521 5136
Geändert von Rohr (27.04.2005 um 21:58 Uhr) |
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