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Alt 29.10.2007, 19:12   #1
Rohr
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Rohr befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Standard doch ein brauchbarer Spiegel

Jeder Hersteller verfolgt offenbar eine Spiegel-Philosophie, hat eine bestimmte Art, seine Spiegel zu retouchieren, und
ist an bestimmten Merkmalen immer eindeutig zuzuordnen. Dies gilt ganz bestimmt für Oldham-Spiegel. Mit 32 mm Rand
dicke zählt dieser 16-Zöller ja fast zu den Leichtgewichten, und bei solchen Spiegeln erwartet man eigentlich immer
Astigmatismus, weshalb dieser Spiegel in der Grundposition und die um 90° clockwise gedrehte Position untersucht
wurde.



Ein Merkmal ist die doch deutlich rauhe Spiegelfläche, wobei man sehr schöne die Polierstriche erkennt und die Art, wie
dieser Norman Oldham seine Spiegel retouchiert. Ein weiteres Merkmal wird von der Bohrung meines Planspiegels ver-
deckt.



. . . und das ist der Peak in der Mitte. Oldham verzichtet regelmäßig auf die Retouche dieses "Glaskegels" von ganz
unterschiedlicher Größe. Wie er den hineinzaubert, bleibt mir ein Rätsel. Es kann aber sein, daß es nur der Rest des
sonst sehr viel größer angelegten "Mexikanerhutes" ist, den ich bei früheren Spiegeln wunrderbar fotografieren konnte.
Jedenfalls wurde in dieser RoC-Aufnahme auf den Krümmungsradius fokussiert, und damit bekommt man die Streifen
im Zentrum parallel mit eben diesem Peak. Und weil im Normalfall der Fangspiegel diesen Makel verdeckt, kann man
ihn auf diesem Bild bewundern.



Die nächste wichtige Untersuchung ist die Frage nach einem möglichen Astigmatismus, der den Strehl drücken würde.
Dabei kommt die Diskussion um den lagerungs-bedingten Astigmatismus ins Spiel. Um diesen möglichst zu minimieren,
liegt der Spiegel im Gleichgewicht auf zwei 120° Wippen auf, damit er möglichst wenig verformt wird. Dreht man den
Spiegel dann um 90°, und ändernt sich an der Wellenfront-Darstellung wenig, dann dreht sich der Astigmatismus
offenbar nicht mit und ist auf die Lagerung zurückzuführen, wie in diesem Beispiel. Jetzt sollte man in der Auswertung
den Astigmatismus abziehen, weil er nicht zum Spiegel gehört.



Das erste Referenz-Interferogramm im Krümmungsmittelpunkt (RoC) und die Auswertung dazu.







Das Ergebnis mit und ohne Astigmatismus - ohne ist auf jeden Fall realistischer.



Die Gegenprobe gegen meinen Planspiegel in Autokollimation



mit einem ähnlichen Ergebnis



und schließlich eine 3. Auswertung in RoC und der um 90° clockwise gedrehten Position.



Mit diesem Spiegel sollte man glücklich werden können.
__________________
Herzlichen Gruß! Wolfgang Rohr
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